Vom der Baby Boomer Generation zur Gen Z – das Beste aus drei Welten

In alle Beiträge by Martin Scheuplein

Den sogenannten Baby Boomer Generation wird mitunter nachgesagt, sie könnten nicht mit Technologie umgehen. Das stimmt natürlich nicht – tatsächlich war das Internet aber noch unbekannt, als die vor 1965 Geborenen mehrheitlich ins Berufsleben eingestiegen sind. Die Generation Y kann sich das gar nicht mehr vorstellen, sie ist im digitalen Zeitalter groß geworden. Immer mehr Unternehmen erkennen die mit der Diversität ihrer Mitarbeiter verbundenen Vorteile. Diese zu nutzen und gleichzeitig Missverständnisse und damit einhergehenden Frust zu vermeiden, ist eine Zukunftsaufgabe. Es gelingt, wenn sich Kollegen unterschiedlicher Altersstufen und Hintergründe innerhalb einer Firma vernetzen und austauschen.  

Welche Generation sind Boomer und Generation Y & Z?

Als ein Boomer wird eine Person bezeichnet, die zwischen 1955 und 1969 geboren sind. Die Bezeichnung Boomer ist jedoch nicht zufällig gewählt: Es bezeichnet den Baby Boom (Anstieg) an Geburten nach dem zweiten Weltkrieg.
Generation Z hingegen folgen auf die Generation der Millennials (Generation Y) und sind in den Jahren 1997 bis 2010 auf die Welt gekommen. Geprägt ist diese Generation von Digitalisierung. Der Kontakt zu moderner Technik, sowie digitalen Medien fand bei dieser Personengruppe bereits in früher Kindheit statt. Hier geht es zu einer detaillierten Generationenübersicht. 

Boomer Generation vs. Millennials

Baby Boomer haben keine Ahnung von Technologie, die Generation X (1965-1979) macht für Geld alles, für Millenials gibt es keine Trennung zwischen Beruf und Privatem. Generation Z sind absolute Digital Natives und sitzen seit frühester Kindheit nur vor dem PC: Wer die Unterschiede zwischen den heute berufstätigen Generationen recherchiert, wird auf eine ganze Reihe von Klischees stoßen. Einige dieser Vorurteile sind purer Unsinn – dass es bestimmte Gegensätze zwischen den Mitarbeitern verschiedener Altersstufen gibt, ist jedoch nicht zu bestreiten. In diesen Verschiedenheiten stecken sowohl Chancen als auch Risiken, für die Mitarbeiter selbst und für den Arbeitgeber.

Kollaboration und Digitalisierung bei X und Y

Untersuchungen zeigen, dass sich die der Generation Y zugehörigen Young Professionals (1980-1999) stärker mit Kollegen vernetzen, Freude an gemeinsamen Projekten entwickeln und sinnstiftend arbeiten wollen. Diese Entwicklung wird sich in wenigen Jahren noch verstärken, wenn die nächste Altersgruppe vor der Tür steht: Die Generation Z. Spätestens dann verschmelzen auch digitale Technologien und reale Welt vollends – denn für die ab dem Jahr 2000 geborenen gibt es keine Trennung mehr. Für sie waren virtuelle Plattformen und persönliche Treffen immer schon zwei Seiten derselben Realität sind. Und sie wünschen sich von ihrem Arbeitgeber, dass dieser ihnen entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung stellt.

Baby Boomer Generation als Wissensressource

Erfahrenere Mitarbeiter, besonders  aus Geburtsjahrgängen vor 1965, haben andere Ansprüche. Für viele von ihnen ist zum Beispiel bis heute ein Einzelbüro erstrebenswert – sowohl als Statussymbol als auch als ein Raum für eigenständiges, individuelles Arbeiten wird es geschätzt. Das ist nicht der einzige Unterschied zu den nachkommenden Generationen. Ältere Arbeitnehmer und Führungskräfte können auf profunde Marktkenntnisse und über viele Jahre aufgebautes Wissen zurückgreifen. Diese Erfahrung geht in vielen Fällen auch mit einem hohen Maß an Empathie einher. Auch einhergehend mit konservativeren Werten ist diese etwa im Kundenkontakt oft hilfreich.

Boomer Generation – die idealen Mentoren?

Aufgrund des Erfahrungsschatzes kann man schließen, dass Baby Bommer sich perfekt als Mentoren für neue Mitarbeiter eignen. Die meisten Mentoringprogramme machen genau dies: Ein erfahrener Mitarbeiter nimmt einen jüngeren „Mentee“ unter seine Fittiche. Somit lernt nicht nur die neue Kollegin etwas, sondern der Mentor wird mit neuen Denkansätzen und Ideen konfrontiert. Jedoch gibt es auch „Reverse Mentoring“ Programme, bei denen die neue Kollegin der Generation Y als Mentorin für den älteren Kollegen fungiert. Dies kann vor allem im Bereich der digitalen Medien hilfreich sein.

Unterschiede nutzen, Missverständnisse ausräumen

Wie das Beispiel der Mentoringprogramme zeigt, ist kann diese Generationendiversität eine unglaublich wichtige Ressource für jedes Unternehmen sein. Wenn Firmen vorhandene Diversität verkennen, geht damit das große Risiko einher, dass es zu Missverständnissen und Diskrepanzen zwischen Mitarbeitern aus verschiedenen Generationen kommt. Wenn es hingegen gelingt, Spezialisten unterschiedlichen Alters zusammenzubringen, birgt das große Chancen.

  • Die Generationen Y und Z erwarten regelmäßiges Feedback und wollen sich weiter entwickeln. Kontaktpunkte zu erfahrenen Kollegen bieten beides. Wenn Firmen diese ermöglichen, erhöhen sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber.
  • Viele Projekte erfordern sowohl aus Erfahrung gewonnenes Wissen als auch Kreativität und unorthodoxe Ansätze. Wenn Mitarbeiter unterschiedlichen Alters zusammenarbeiten, können neue und bessere Lösungen gefunden werden.
  • Der Austausch von Wissen und Informationen unterstützt die Zukunftsfähigkeit im Unternehmen.

Unternehmen sollten folglich Brücken zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern bauen – etwa, indem sie eine Netzwerkkultur etablieren. Kleine Schritte bewirken dabei oft mehr als große Konzepte. So kann ein Mittagessen oder eine Kaffeepause zwischen zwei zufällig in Kontakt gekommenen Kollegen unterschiedlichen Alters bereits ein entscheidender Schritt für eine bessere Zusammenarbeit sein.

Digital sind heute (fast) alle

Machen Unterschiede zwischen Baby Boomern, X-lern und Y-ern sind real, eines stimmt jedoch nicht: Die Behauptung, an den Älteren sei die Digitalisierung vorbeigegangen. Denn sowohl viele Baby Boomer als auch ein Großteil der Generation X nutzt Technologie längst intensiv. Insbesondere unter Führungskräften und gut ausgebildeten Fachkräften gehören mobile Geräte zum selbstverständlichen Teil des Alltags. Auch für kollaborative Ansätze zeigen sich die höheren Jahrgänge in der Regel sehr offen. Das können sich die Unternehmen zunutze machen. Etwa, indem sie digitale Plattformen als eine Grundlage für reales Netzwerken anbieten. Damit verbinden sie Generationen. Am Ende profitieren alle Seiten: die jungen Mitarbeiter, die älteren Kollegen sowie die gesamte Firma.

*Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.