Interne Kommunikation: Netzwerken für mehr Mitarbeitermotivation

In Interne Kommunikation, Kollaboration, Mitarbeiter-Vernetzung by Christoph Drebes

Wenn es um Interne Kommunikation geht, denken die meisten Führungskräfte daran, strategische Ziele und Botschaften im Köpfchen der Mitarbeiter zu verankern. Dabei geht es im Zusammenhang mit „guter Kommunikation“ um viel mehr: Um den Austausch zwischen Kollegen, um Vernetzung zwischen Mitarbeitern und um eine werteorientierte Unternehmenskultur. All dies beeinflusst maßgeblich die Innovationsfähigkeit. Somit sollte Interne Kommunikation nicht nur den Informations- und Wissenstransfer unterstützen – sondern auch einen kontinuierlichen Dialog mit Mitarbeitern ermöglichen.

 Intranet, Mitarbeitermagazin, Enterprise Social Network – und in manchen Fällen sogar noch das gute alte Schwarze Brett: Wenn es um interne Kommunikation geht, greifen Unternehmen meist auf bewährte Kanäle zurück. Ergänzt wird dies beispielsweise durch interne Hausmessen oder Info-Stände in der Kantine. Dennoch haben Mitarbeiter häufig das Gefühl, die „eigentlich wichtigen Informationen“ schneller mittels Flurfunk zu erhalten als aus Unternehmensquellen. Da der direkte Kontakt mit Kollegen für die meisten Mitarbeiter ohnehin ein wichtiger – oder der wichtigste – Informationskanal ist, sollten Unternehmen ihn gezielt stärken. Solche Maßnahmen, die authentische Kommunikation fördern, unterstützen Mitarbeitermotivation häufig besser als klassische strategiegetriebene Botschaften.

Checkliste von Möglichkeiten, um die Interne Kommunikation zu verbessern

  1. Barcamp im Unternehmen: Ein Tag, Hunderte neue Ideen – das versprechen Barcamps, die heute in fast allen Städten regelmäßig stattfinden. Jeder Teilnehmer kann dabei eine eigene Session zu einem selbst gewählten Thema anbieten. Auch als interne Unternehmensveranstaltung hat ein Barcamp viel Potenzial: Mitarbeiter können ihre Themen präsentieren und Diskussionen anstoßen. Ideal, um neue Prozesse  in Gang zu bringen.
  2. Mystery Lunches: Mittagessen mit bislang unbekannten und per Zufall zugelosten Kollegen aus anderen Abteilungen – damit wird die Grundlage gelegt für bessere Vernetzung und neue Ideen im gesamten Unternehmen. Damit verbundene Ziele sind eine Verbesserung der Unternehmenskultur  und eine Stärkung der Innovationsfähigkeit.
  3. Job-Shadowing: Einmal einen Tag mit einem Kollegen mitlaufen – das erlaubt es, die Perspektive zu wechseln und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie andere Abteilungen arbeiten. So können gute Ideen übernommen werden. Außerdem entsteht ein besseres Verständnis: Die Hintergründe für bestimmte Prozesse und Vorgehensweisen werden nachvollziehbar.
  4. Reverse Mentoring: Wenn in Unternehmen ein Mentoring-Programm etabliert ist, funktioniert dies in der Regel nach dem Top-Down-Prinzip: Führungskräfte stehen als Mentoren für Mitarbeiter zur Verfügung. Wenn der Spieß einmal umgedreht wird, werden überraschende Entwicklungen  ermöglicht. Die Welt durch die Brille der „anderen Seite“ zu sehen, das ermöglicht ein besseres Verständnis. Es hilft nicht zuletzt dabei, mehr Sensibilität für die Belange des Angestellten zu entwickeln.
  5. Social Days: Die Mitarbeiter haben Gelegenheit, an einem einigen Tagen im Jahr ein soziales Projekt zu unterstützen. So können sie etwa in einem Kindergarten tätig werden, im Seniorenheim unterstützen oder einen sozialen Verband beim Ausfahren des Essens für alte Menschen unterstützen. Das ermöglicht einen Blick über den Tellerrand. Wenn Mitarbeiter über Abteilungen hinweg gemeinsam an Projekten arbeiten, entstehen neue Kontakte.
  6. Teamübergreifende Brunches: Neue Schnittstellen zu bilden und das Netzwerken zu unterstützen, ist wird auch durch Brunches unterstütze, die von einem Team für ein anderes organisiert werden. Solche Brunches sollte mit einer Regelmäßigkeit im Unternehmen stattfinden, beispielsweise monatlich. Das einmal eingeladene Team kann beim nächsten Mal die Führungsrolle übernehmen und eine andere Abteilung bewirten. Eine Variante ist ein „themenzentriertes Frühstück“, bei dem ein vorgegebenes Thema besprochen wird.
  7. Kollegiale Fallberatung: Eine Gruppe von sechs bis neun Mitarbeitern bearbeitet in einem strukturierten Verfahren und unter Anleitung eine Problemstellung, die ein Teilnehmer schildert. Dies kann beispielsweise  eine Herausforderung sein, die im Arbeitsalltag immer wieder auftaucht – etwa bestimmte  Themen von Kundenseite. Eine Variante besteht darin, dass der Problemsteller während der Diskussion mit dem Rücken zur Gruppe sitzt und lediglich zuhört.
  8. Co-Creation Areas: Räume für Kollaboration sollten auch physisch zur Verfügung gestellt werden. Dies unterstützt eine bessere Zusammenarbeit und schafft Platz für Ideenreichtum. Auch kreativ gestaltete Kaffeeküchen können diesen Zweck ein Stück weit erfüllen. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Kollegen zusammenzubringen und Kommunikation zu verbessern.