Technologie ist nicht genug – die digitale Welt braucht menschlichen Kontakt

In Interne Kommunikation, Kollaboration by Christian Fleckl

Am Anfang haben es alle durch die rosarote Brille gesehen. Denn die Digitalisierung eröffnet im Arbeitsalltag viele neue Möglichkeiten. Immer mehr Menschen empfinden die Dominanz von Technologie jedoch als verstörend. Vor allem, weil die persönliche Kommunikation darunter leidet. Führungskräfte sind in besonderer Verantwortung, wenn es um eine gute Balance zwischen digitalem und persönlichem Austausch geht.

Hilft uns Technologie am Arbeitsplatz – oder isoliert sie uns? Immer mehr Mitarbeiter sind sich in dieser Frage unsicher. Klar ist, dass die digitale Revolution unsere Arbeitsweise unumkehrbar verändert – ob es um Produktion, Prozesssteuerung, Zusammenarbeit oder Kommunikation geht. Der Einsatz von Technologie macht Unternehmen damit zweifellos produktiver und effizienter. Mitarbeiter sind „always on“ und viele von ihnen sind „always connected“. Die Schattenseiten treten dabei gerne in den Hintergrund. So resultiert, das zeigt etwa eine Studie des HR-Portals Udemy, insbesondere unter jungen Fachkräften eine zunehmende Abgelenktheit aus einem Überangebot an Technologie heraus. Vor allem aber leidet der zwischenmenschliche Kontakt. Ein Beispiel: Mitarbeiter, die im selben Raum sitzen, tauschen sich über E-Mail oder Chat aus. Kein Wunder, dass sich laut aktuellem D21-DIGITAL-INDEX jeder dritte Bundesbürger überfordert fühlt von der Digitalisierung.

Befragung: Technologie erzeugt Illusion von Verbundenheit

Der in New York tätige HR-Experte Dan Schawbel hat die Auswirkungen des Einsatzes von Technologie in den USA untersucht. In Interviews mit 100 Geschäftsführern, unter anderem von Facebook, Google, Nike, GE und der US Air Force, kommt er zum Ergebnis: Technologie erzeugt zwar die Illusion, dass Mitarbeiter miteinander verbunden sind. Tatsächlich fühlen sich die meisten von ihnen isoliert und sehnen sich nach authentischem Austausch mit ihren Kollegen. Im Hinblick auf eine Veränderung dieser Situation sieht Schawbel besonders Führungskräfte in der Verantwortung. Sie müssen einen verantwortungsvollen Einsatz von Technologie ermöglichen und unterstützen. Und sie stehen in der Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Führungskräfte, so Schawbel, haben mehrere Ansatzpunkte, um ihrem Team den Mehrwert aus einer Verbindung zwischen Technologie und persönlichen Kontakt zu vermitteln:

  • Stärkung persönlicher Kontakte: Indem Führungskräfte den direkten Kontakt zwischen den Mitarbeitern ihrer Abteilung fördern, stärken sie Team-Fähigkeit und schaffen gleichzeitig eine emotionalere Bindung zum Unternehmen. Denn eine gute Atmosphäre in der Abteilung und ein fairer direkter Vorgesetzter sind die wichtigsten Faktoren für Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Auch Kontakte über das eigene Team hinaus sind wichtig – sie ermöglichen neue Ideen und gegenseitige Inspirationen.
  • Technologie als Brücke zur menschlichen Verbindung: Viele Führungskräfte setzen auf digitale Kommunikationsmittel anstatt des direkten Kontakts – häufig aus Bequemlichkeit. Eine schädliche Angewohnheit. Wenn Technologie jedoch in Verbindung mit persönlichem Kontakt eingesetzt wird, erkennen Mitarbeiter den damit verbundenen Mehrwert. Gegen einen Chat oder eine E-Mail hat kaum jemand etwas einzuwenden, wenn damit ein gemeinsames Mittagessen, ein Kaffee oder ein Meeting vereinbart werden.
  • Gemeinsam verständliche Leitlinien vereinbaren: Mitarbeiter akzeptieren Regelungen besonders dann, wenn sie selbst an deren Ausarbeitung mitwirken können. Es ist zu empfehlen, dass die gesamte Abteilung oder – besser noch – mehrere Abteilungen gemeinsam entsprechende Leitlinien zu einer sinnvollen Verbindung aus digitaler und persönlicher Kommunikation in die Wege leiten. Dazu gehört in erster Linie die Frage, wie zwischenmenschliche Kommunikation aussehen soll. Oder wo digitale Kanäle einzusetzen sind und wo der persönliche Kontakt besser ist. Auch Aspekte wie der Einsatz privater Geräte oder Social Media während der Arbeit können dort realitätsnah geregelt werden.
  • Digitalisierungsbeauftragten mehr Verantwortung übertragen: Ergänzend oder alternativ zur vorherigen Maßnahme ist es eine Überlegung wert, Digitalisierungsbeauftragte einzusetzen, etwa Mitarbeiter, die sowohl digital affin sind als auch ein hohes Maß an Empathie besitzen. Diese können sinnvolle Leitlinien stellvertretend ausarbeiten und sie anschließend einem größeren Plenum präsentieren, wo der Feinschliff erfolgt. Die Beauftragten können als Mentoren und Berater für das Thema fungieren – beispielsweise auch gegenüber dem Management.
  • Persönliche Ansprechbarkeit garantieren: Persönliche Gespräche mit dem Chef schaffen Vertrauen, etwa wenn es um persönliche Herausforderungen und Probleme der Mitarbeiter bei einem Projekt geht. Regelmäßige persönliche Meetings, insbesondere Einzelgespräche, sind an dieser Stelle zu empfehlen. Sie unterstützen den einzelnen, schaffen Vertrauen und stärken gleichzeitig den Teamgeist.

Einbindung von Mitarbeitern im Home Office

Eines der gefragtesten Angebote, das sich Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber wünschen, ist zumindest anteilige Remote-Arbeit. Zwar genießen sie im Home Office eine hohe Freiheit, jedoch sind sie häufig auch einer sozialen Isolation ausgesetzt. Sie  selbst über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg zu beteiligen am Unternehmensalltag, ist auch für die Unternehmenskultur wichtig. Videokonferenzen, Arbeitstage vor Ort und Firmenevents unterstützen einen guten Kontakt.

Nicht zu vergessen…

Wenn Sie die digitale Welt bei Ihnen im Unternehmen menschlicher machen wollen, haben wir etwas für Sie: Unser Plattformen bringen Ihre Mitarbeiter beim Mystery Lunch persönlich zusammen. Oder virtuell beim Mystery Coffee. Sie wollen uns einfach Ihre Einschätzung zu den HR-Technologie-Trends im Jahr 2019 sagen? Sprechen Sie uns einfach an: hello@mysteryminds.com.