Home Office: Digitaler Austausch ermöglicht gute Zusammenarbeit

In alle Beiträge by Elisabeth Schuller

Eins ist schon lange klar: Die Coronakrise wird Arbeit nachhaltig verändern. Einschneidend ist besonders der Trend zum mobilen Arbeiten. Bereits mehrere Konzerne haben bekanntgegeben: Viele Mitarbeiter können in Zukunft von zu Hause aus arbeiten. Mit weniger Präsenz im Büro drohen jedoch neue Gräben. Der persönliche Austausch geht verloren. Wie ist er zu ersetzen?

Home sweet home – ist das die Zukunft der Arbeit? Zurzeit werden zahlreiche Modelle vorgestellt, die diesem Trend den Weg ebnen. Es zeichnet sich ab, dass Beschäftigte in immer mehr Firmen zunehmend mobil tätig sind. Eine Anwesenheit beschränkt sich oft auf wichtige Meetings oder einzelne Präsenztage. Die Entwicklung verwundert nicht, denn: Mit der Coronakrise hat die Wirtschaft die Vorteile von „Work from anywhere & anytime“ entdeckt. Zum einen hat sich gezeigt: Die Arbeitsergebnisse sind oft besser als im Büro. Auch haben Unternehmen deutliche Einsparpotenziale im Hinblick auf Bürofläche und Ausstattung entdeckt. Darüber hinaus ergeben sich Chancen für das Recruiting, wenn Fachkräfte wie Webentwickler oder Ingenieure ortsunabhängig tätig sein können.

Home Office in DAX-Unternehmen

„Working from home“ ist auf dem Vormarsch: Prominente Beispiele sind die Allianz und Siemens, die eine feste Verankerung des mobilen Arbeitens planen. Die Telekom ist schon weiter: Hier ist das Home Office gekommen, um zu bleiben. Auch nach dem Lockdown sind viele Mitarbeiter weiterhin vom heimischen Rechner aus tätig. Ebenso etabliert die Teléfonica das mobile Arbeiten fest als tragfähige Alternative. Bei der Daimler AG hat es den Lockdown gar nicht erst gebraucht: Schon seit 2016 gibt es hier eine Betriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten, die sich bewährt hat. „Remote Working“ war ohne separate Genehmigung erlaubt. Doch mit Beginn der Pandemie wurde die Regelung kurzfristig erweitert: Alle Beschäftigten, die mobil arbeiten können, sollen dies tun. Nur Bereiche wie die Produktion sind aus gegebenen Gründen davon ausgenommen. Dass alles reibungslos funktioniert, hat das Unternehmen seiner frühen Planung zu verdanken. Nun trägt auch die Investition in neue Büroflächen dem Rechnung: Aus den Regelungen zum mobilen Arbeiten resultierende Einsparpotenziale werden effizient genutzt.


Gute Zusammenarbeit ist Erfolgsfaktor

Um mobiles Arbeiten effizient zu organisieren, benötigen Firmen eine individuelle Strategie, die unter anderem Bereiche wie Technologie sowie Information und Kommunikation umfasst. Zentrale Herausforderung ist häufig die Zusammenarbeit der Angestellten, die im digitalen Zeitalter immer wichtiger wird. Schließlich kommen rund 70 Prozent der für Mitarbeiter relevanten Informationen aus informellen Quellen[1]. Doch gerade diese Wissensquelle verändert sich mit „remote work“: Ein Plausch in der Kaffeeküche oder im Aufzug entfällt ebenso wie spontan einberufene Sitzungen. Und auch, wenn der Kontakt zur eigenen Abteilung über digitale Meetings erhalten bleibt: Häufig fehlt die Möglichkeit, mit Kollegen aus anderen Bereichen in Interaktion zu kommen. Doch gerade diese Begegnungen bringen oft neue Impulse – nicht selten für das gesamte Unternehmen. Dazu kommt: Der persönliche Kontakt bleibt ein Motivationsfaktor für viele Beschäftigte. Fehlt er, nimmt häufig die Lust an der Arbeit ab. Im schlimmsten Fall drohen Szenarien des sogannten „Social Distancing“ – ein Gefühl der Isolation.

Neue Kollegen treffen

Um zum Erfolgsmodell zu werden, braucht virtuelle Zusammenarbeit direkte Kontaktpunkte. Das persönliche Netzwerk vom Home Office nicht nur zu erhalten, sondern es laufend zu erweitern, ist für Mitarbeiter und deren Arbeitgeber essenziell. Dazu gehören sowohl physische als auch digitale Treffen. Unternehmen sollten neue Möglichkeiten zum Austausch anbieten. Da der direkte Kontakt nie vollständig zu ersetzen sein wird, gilt: Ideal ist eine Verbindung aus digitaler Interaktion und persönlichen Meetings.

Mehr Informationen zur Home Office Strategie? Lesen Sie den Fachartikel von Christoph Drebes auf dem Portal von IT Daily.

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[1] Edgar Faure u. a.: Learning to Be: The World of Education Today and Tomorrow. UNESCO, Paris 1972.